Wird geladen...

Beleuchtungssymbol Video-Toolbox  /  Beleuchtung


Das richtige Licht

von Julie Camenisch   © 2006 Videomaker, Inc.

Eine hilfreiche Kaufhilfe zur Auswahl der besten Beleuchtungsoptionen für deine Produktionen

Videomaker Magazine

Deine Videos sollen aussehen wie die der Profis? Tolle Kameraführung und genialer Sound allein machen dein Video noch nicht perfekt. Nimm dir ein Beispiel an Hollywood. Der Oberbeleuchter verbringt Stunden damit, alles genau auszuleuchten, weil er weiß, wie wichtig die richtige Beleuchtung für den fertigen Film ist. Dir sollte sie ebenso wichtig sein. An der Qualität deiner Filmbeleuchtung kann man erkennen, ob du schon ein alter Hase oder noch ein Grünschnabel bist.

Fokussieren oder nicht fokussieren

Videoleuchten werden in zwei Hauptkategorien eingeteilt: Leuchten ohne Lichtformer und Fresnel-Leuchten. Im ersten Fall ist das Leuchtmittel lediglich von einem Reflektor umgeben. Diese Leuchten werden auch Open-Face-Scheinwerfer genannt. Zum Fokussieren der Lichtstrahlen verwenden sie einen Reflektor. Alle Open-Face-Scheinwerfer produzieren eine unausgeglichene Beleuchtung, bei High-End-Modellen ist dies jedoch weniger stark ausgeprägt.

Bei Fresnels hingegen wird eine Linse als primärer Fokusmechanismus verwendet. Sie erzeugen ein intensives, fokussiertes Licht und haben normalerweise eine größere Reichweite als Open-Face-Modelle.

Das Licht ist weiß. Oder?

Dein Auge kann den Unterschied zwischen dem Licht, das durch ein Fenster scheint, und dem Licht, das von Scheinwerfern erzeugt wird, nicht wahrnehmen, aber für eine Videokamera unterscheiden sich die beiden Lichtquellen enorm. Die Unterschiede werden von der Kamera als Abweichung in der Farbtemperatur des Lichts wahrgenommen. Die Farbtemperatur wird in der Einheit Kelvin angegeben (zum Beispiel 3200 K). Niedrigere Werte äußern sich in rötlichem und höhere Werte in bläulichem Licht.

Was bedeutet das für dich? Die meisten Videoleuchten sind "warm" (3200 K) und strahlen ein rötliches Licht aus. Tageslicht hingegen ist "kühl" (5000 K), hier überwiegt die Farbe Blau. Wenn du die Beleuchtung planst, musst du entscheiden, was du als primäre Lichtquelle verwenden möchtest: Tageslicht, Wolframlampen oder Leuchtstofflampen. Stimme alle anderen Leuchten auf diese Temperatur ab. Vermeide es, verschiedene Farbtemperaturen zu mischen, es sei denn, der entstehende Effekt ist genau das, was du erreichen möchtest.

Lampentypen

In Videos verwendete Leuchten werden normalerweise nach der Art der Glühlampe benannt, wovon es jede Menge gibt. Also aufgepasst! Hier ist ein kurzer Überblick:

Glühlampe: Diese Lampenart wird in den meisten Haushaltslampen verwendet. Die Haushaltsvariante ist normalerweise sehr warm (etwa 2900 K), aber für den professionellen Einsatz sind auch Glühlampen mit geringeren Temperaturen erhältlich. Diese Lampen werden als Jupiterlampen bezeichnet. Diese Lampen sind in der Anschaffung zwar sehr günstig, halten aber auch nicht sehr lange.

Wolfram-Halogenlampe: Diese kleinen Lampen bieten einen höheren Wirkungsgrad, sind jedoch wesentlich teurer. Sie werden normalerweise bei einer Temperatur von 3.200 Kelvin betrieben. Zu Scheinwerfern dieser Kategorie gehören der Arrilite 600 von Arri oder der Open Faced Tungsten mit 600 Watt von Smith-Victor.

Leuchtstofflampe: Normale Leuchtstofflampen, wie sie etwa in Büros zu finden sind, erzeugen ein grünliches Licht. Es ist schwierig, sie auf Tageslicht- oder Wolframlampen abzustimmen. Es gibt jedoch auch Leuchtstofflampen für den professionellen Gebrauch. Kino Flo, Photogenic und andere Hersteller bieten auf Tageslicht- und Wolframlampen abgestimmte Leuchtröhren an. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, beispielsweise als Leiste mit mehreren Lampen oder Einzellampen. Leuchtstofflampen haben eine lange Lebensdauer und erzeugen ein weiches Licht, jedoch praktisch keine Wärme.

HMI (Metalldampflampen): Wenn du richtig Kohle abdrücken willst, sind die Lampen dein Ding. Sie werden als Tageslichtscheinwerfer eingesetzt und sind äußerst effizient. Diese Lampen produzieren bei gleichem Verbrauch fast dreimal so viel Licht wie Wolfram-Halogenlampen. Beispiele für preisgünstigere HMI-Modelle sind die 1,2-K-Fresnel von Altman oder das 400-Watt-Softlicht von Dedolight.

Kohlebogenlampen: Wahrscheinlich kennst du diese Lampen aus ihrem Marketingeinsatz, beispielsweise als Strahler, die Lichtkreise in den Himmel malen. In großen Produktionen werden sie zur Simulation von Tageslicht oder zum Beleuchten großer Flächen eingesetzt. Für Hobbyfilmer kommen sie jedoch nicht infrage. Kohlebogenlampen haben besondere Spannungsanforderungen und müssen normalerweise von einem geschulten Elektriker betrieben werden.

Eigene Ausstattung

Du kennst deine Beleuchtungsmöglichkeiten. Nun musst du lernen, sie wie ein echter Lichtkünstler zu nutzen. Beleuchtungszubehör ist dein Handwerkszeug.

Mithilfe von verstellbaren Scheinwerfertoren, die am Rand des Scheinwerfers angebracht werden können, wird der Lichtstrahl genau gesteuert. Außerdem können Seiden und Tülls, feinmaschige Drahtgeflechte vor die Lichtquelle gesetzt werden. Sie verringern die Lichtintensität bei gleichbleibender Farbtemperatur.

Eine Softbox ist weiße Box, die vor der Leucht angebracht wird. Mithilfe einer Softbox kannst du diffuses, weiches Licht für deinen Darsteller erzeugen. Dieses "weiche Licht" erzeugt sanfte Schatten und gleicht Falten oder Unebenheiten aus. Auch ein Schirm produziert ein solches weiches Licht. Das Licht scheint in den Schirm und dessen weiße oder silberne Innenfläche reflektiert die Lichtstrahlen und wirft diffuses Licht zurück auf den Darsteller.

Gelatinefilter sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Beleuchtungsausrüstung eines Videografen. Diese getönten Plastikscheiben werden vor einem Scheinwerfer oder an den Scheinwerfertoren montiert. Mit ihnen kannst du Intensität und Farbe des Lichts ändern. Zu den gängigsten Gelatinefiltern zählen Neutraldichtefilter, die die Lichtintensität verringern, Blaufilter zur Anpassung der Beleuchtung an das Tageslicht oder HMI-Leuchten und Orangefilter zur Anpassung der Beleuchtung an Wolframlampen.

Vorgefertigt oder à la carte?

Bereit für den Einkauf? Diejenigen, die sich gerne alle Komponenten selbst aussuchen und individuell zusammenstellen möchten, sollten Leuchten, Stative und Zubehör separat kaufen. Lowel, Smith-Victor, Arri und LTM sind nur einige Hersteller.

Wenn du mehrere Leuchten benötigst und auch passendes Zubehör brauchst, suche nach Beleuchtungssets. Viele Hersteller bieten komplette Beleuchtungssets in unterschiedlichsten Größen an. Das Swing Pac Tungsten-Set von Altman ist ein solches Paket. Es enthält drei Leuchten (unter anderem eine Fresnel), einige tolle Zubehörteile (beispielsweise ein Soft-Lite Jr., Tore und Scrims), Leuchtenstative und einen Tragekoffer mit Rollen für einen problemlosen Transport.

Eine weitere Möglichkeit ist das DP Super Remote Kit von Lowel. Dieses Paket ist noch umfangreicher (und auch teurer)! Es enthält vier Leuchten und eine Menge nützliches Zubehör, einschließlich einer Softbox, Schirmen, Gelatinefiltern, Klemmen, Reflektoren und Halterungen sowie Stative und Transportkoffer.

Nächste Schritte

Mit dem Lesen dieses Artikels machst du den ersten Schritt, um das Potenzial der Beleuchtungstechniken voll auszuschöpfen und aus einer durchschnittlichen eine künstlerisch anspruchsvolle Produktion zu machen. Weitere Informationen zu professionellen Beleuchtungstechniken findest du auf der Videomaker-Website. Es lohnt sich, die Kunst der Beleuchtung zu erlernen!

Julia Camenisch ist freiberufliche Videoproduzentin und Autorin.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe vom April 2006 des Videomaker Magazine zum ersten Mal veröffentlicht. Weitere Infos zur Videoproduktion findest du auf der Website des Magazins oder in der Video-Toolbox.